Das Denkmal beschäftigt den neuen Bezirksbeirat von 1963

 In der ersten Sitzung der Friedrichsfelder Bezirkbeiräte nach den Stadtratswahlen 1962, am 12. Juli 1963 war auch das Denkmal ein Gesprächspunkt.

In einer Zeit, wo man über den Neubau der Schule und Turnhalle sprach und der Wohnungsbau im Ort durch die veraltete, unzureichende Kanalisation zum stocken kam. Auch die Verlängerung des Straßburger Ringes in Richtung Norden und die Leichenhalle, die zu klein geworden sei und in einem schlechten Zustand ist, waren Themen in dieser Sitzung. Und damals schon die Anfrage der Siedlung über eine Omnibusanbindung.
Heute zu belächeln, aber damals eine ernste Angelegenheit war zum Beispiel die Nachfrage von Stadträtin Gräber über den Telefonanschluß zum Friedhof, der bereits 1961 von der Stadt bei der Post beantragt wurde
 
Am 19.Juli 1963 war im Friedrichsfelder Anzeiger, auf der ersten Seite, dann unter anderen von der Bezirksbeiratssitzung zu lesen: Bezirksbeirat Willi Owart lenkte die Aufmerksamkeit auf die Denkmalpflege. Sein Vorschlag: Das Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht bei Seckenheim soll in einer Nachbildung des ursprünglichen Aussehens in die Ortsmitte, gestellt werden.
Der Oberbürgermeister Dr. Hans Reschke, der dieser Bezirksbeiratssitzung beiwohnte, wollte einen derartigen Vorschlag erst prüfen, wenn er vom Bezirksbeirat einstimmig gefasst wird und sich auch die Friedrichsfelder Vereine insgesamt dafür interessieren.
 
Der Vorschlag war auch ein halbes Jahr später noch nicht in Vergessenheit geraten. Als die Schlabbdewel Carnevalisten am 1. Januar 1964, zum ersten Mal mit Kanone, das Rathaus stürmten, war auch das Denkmal wieder Gesprächsthema. Der damalige Präsident der Schlabbdewel Herbert Angstmann hatte in seiner Neujahrsrede folgendes mit aufgenommen: Wir haben mit Bestürzung zur Kenntnis genommen, dass das Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht bei Seckenheim auf Antrag in die Ortsmitte versetzt werden soll. Hier wird unsererseits einen Riegel vorgeschoben in dem wir zwei Landsknechte und unsere neu erworbene Kanone zum Schutz dieses Objektes abstellen. Man könnte allerdings darauf hinwirken, dass auf dem Platz vor der Katholischen Kirche ein Hinweisschild aufgestellt wird mit der Aufschrift:   Hier könnte ein Denkmal stehen.
 
Er schloss seine Ausführungen mit folgenden Worten: Owart noch e bissel, vielleicht gibt’s noch e andere Lösung.
 
Reiner Rohr, 2010
ReR2020201  
 
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